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Ralf Ziervogel
Icing Sugar, 2009
Tinte und Spray Paint auf Papier
50 randlose Elemente à 46,9 x 61,85 cm
gesamt: 620 x 235 cm
Ja, das war schwierig. Als Ralf mit den 50 Zeichnungen in die Werkstatt
kam, war klar, dass man da nicht 50 Rahmen drumherum zimmern konnte.
Aber was dann? Wie es aussehen sollte, wurde in unserem Gespräch
schnell klar, aber eine große Glasscheibe in 240 x 650 cm war
nicht möglich. Also einzelne kleine Scheiben, die sich zu einer
großen Glasfläche fügen. Aber wie man das technisch
machen sollte, war ein Rätsel. Fotos konnte man randlos als Diasec
verarbeiten lassen, aber Zeichnungen?
Wir begannen mit kleinen Haltern, wie wir das schon öfter gemacht
hatten, um die Gläser vor den Rahmen zu halten. Es sah dann aber
zu gewollt aus, die Halter waren zu auffällig, es hatte keinen
Charme. Nächster Schritt war dann, die Halter auf 12 mm Breite zu
verkleinern, im Glauben, dass die Industrie bei der Serienfertigung das
schon hinkriegen würde. Das war dann nicht der Fall,
also haben wir 480 kleine Aluwinkel selbst geschnitten, die
Kanten mit einem Radius von 0,5 mm gerundet, alle Kanten leicht
angefast und pulverbeschichten lassen. Sie wurden an Hohlkörper
aus MdF geschraubt, jeweils 8 pro Glaselement, und zusätzlich noch
seitlich ins Glas eingelassen. Schon besser. Die Scheiben wurden dann
bei Brose Kunststoffe angefertigt. Da sich Ungenauigkeiten im
Zehntelmillimeterbereich beim Aneinenderreihen der Scheiben addieren
würden, war klar, dass die Gläser gelasert würden,
ebenso die Ausklinkungen für die Halter.
Meine Aufgabe war noch, die Maße festzulegen, bei denen die
erwartbaren Ausdehnungen des Glases berücksichtigt wurden. Es
wollte keiner die Verantwortung dafür übernehmen, wenn sich
nach einem halben Jahr 50 kleine Linsen entwickelt hätten, weil
sich das Glas unter den Haltern nicht bewegen konnte. Und vom Glas her
gesehen hat es wunderbar funktioniert. Die Holzarbeiten waren dagegen
schwierig, die erforderliche Genauigkeit war kaum zu erreichen.
Schlussendlich haben wir jeweils eine vertikale Reihe aus fünf
Elementen vormontiert, beim Hängen wurde dann eine Bahn an die
andere gesetzt. Am Schluss war es perfekt und auch einfach zu
hängen und zu transportieren.
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